Donnerstag, 7. August 2014

Random Inspiration

Auf dem unendlichen Streifzug durch das Internet, gibt es nicht nur Müll, sondern auch ein paar Perlen... ENJOY


STREETS - NEW YORK CITY from Tim Sessler on Vimeo.



The Conditioned from Facebook Stories on Vimeo.




Paul McCartney "Early Days" from VINCENT HAYCOCK on Vimeo.

Never stop moving forward.

Samstag, 2. August 2014

Einmal raus bitte...

Es ist eine Woche nach den Deutschen Meisterschaften und für mich stehen in diesem Jahr keine Wettkämpfe mehr an. Im Moment steht viel an und ich muss mal einen Punkt hinter ein paar Sachen setzen, damit ich wieder etwas klarer und straighter in meinem Leben werden kann. Unter anderem die Bachelor-Arbeit will ich ablegen um endlich das Thema Uni zu beenden. Einen Schritt weiter im Leben.

Die letzten Wochen und Monate waren hektisch mit dem Sport und meinen sonstigen Sachen. Studium, Praktikum, Training und Geld verdienen musste alles unter einen Hut gebracht werden. Und gerade in den hektischen Tagen waren die vielen Einheiten, die ich alleine trainiert habe mir echt willkommen. Das Video unten habe ich gerade gesehen und es hat mir aus der Seele gesprochen, wenn es um das trainieren oder auch gerade das Laufen geht. Musik auf die Ohren oder auch nicht, aber auf jeden Fall bin ich für die Zeit des Trainings nicht erreichbar. Ich bin voll bei mir und kann jeden Atemzug genießen. Kein Stress, keine Hektik, keine Aufgabe einfach nur leben. 

Gebt euch mal das Video. Es fängt genau dieses Gefühl ein und gibt es in wunderschönen Bildern und Worten wieder. Das Video hat mich gerade auch nochmal wieder aus einer anderen Perspektive auf meinen Sport und mein Training blicken lassen. 



Every Runner Has A Reason from Heist on Vimeo.

Never stop moving forward.

Sonntag, 2. März 2014

Lieben lernen

Lange habe ich in diesem Blog entweder nichts geschrieben oder über Themen von anderen oder über meine Meinung zu anderen Dingen. Ursprünglich war der Blog einmal für mich da, und nur für mich.  Ich habe mich selbst reflektiert und in einer gewissen Art und Weise mein Leben verarbeitet. Warum habe ich das schleifen lassen? Ich weiß es nicht.

Auf jeden Fall gibt mir das letzte halbe Jahr großen Anlass dazu einmal mir selbst aufzuschreiben, was alles so passiert ist und warum es so geschehen ist. Mit Sicherheit war es das schwerste halbe Jahr in meinem Leben in einigen Situationen, denn ich musste Realitäten anerkennen, mich von Sachen trennen und große Veränderungen in Kauf nehmen. Am Anfang dieser Reise stand erstmal meine sportliche Situation. Die Freiluftsaison 2013 lief nicht, Krankheit, keine Form,... . Dann kommt Urlaub, ein echtes Highlight und ich reisse mir ein Band am Fuß beim Longboard fahren. "Verdammt was ist los?" Das waren Gedanken, die ich damals nicht nur einmal hatte. Das war ein Ereignis, was so ziemlich alles in dem nächsten halben Jahr beeinflussen sollte. Denn ich bekam vor allem schlechte Laune. Ja da war ich ganz groß drin. Nicht der positive Typ, der aufbricht um Rekorde zu brechen, sondern vielmehr das Gegenteil war an der Tagesordnung.

Nun ging es wieder zurück ins Training und dort erwartete mich eine ganz neue Konstellation. Ich darf bei Wolfgang Strietzel meine Technik trainieren und bekomme meine sonstigen Einheiten von Jan May. Eine gute Konstellation und für mich optimal für mein Leben. Diese beiden Teile meines Trainings versuchten alles um mich bestmöglich auf die Hallensaison vorzubereiten. Es wurde völlige Rücksicht auf meine Bedürfnisse genommen und alles verrucht um mich noch schneller, noch besser zu machen. Letztlich durfte ich so eine lange Durststrecke überwinden und endlich wieder eine Medaille bei deutschen Meisterschaften feiern. (Dazu später mehr)

In den letzten Wochen und Monaten stellte sich aber des öfteren eine Charaktereigenschaft von mir ein, die ich gar nicht mag. Aber egal wie man sie nicht mag, sie ist sehr komfortabel und man bekommt oft das was man braucht oder das was man hören will. Selbstmitleid. Ich hatte ja genug Material, meine finanzielle Situation, mein Fuss der schmerzte, die Uni die nervte,... . Und ehe man sich versieht ist man in einem Strudel gefangen, der nur eine Richtung kennt und zwar nach unten. Nur eine Sache vergisst man ganz oft, nämlich das man sein Umfeld meistens mit hinunterzieht. Und genau das geht gar nicht. Das Leben auf der Tränendrüse ist bei mir nichts weiter als Faulheit die Züge selber in die Hand zu nehmen und was zu unternehmen. Wenn du unzufrieden bist, dann mach was dagegen. Das ist ein Satz, der sich so einfach schreibt, aber der in der Realität so schwer sein kann.

Wenn ich jetzt zurückblicke und mich frage, woran es gelegen hat, dass ich nicht schneller gelaufen bin z.B., dann kann ich wirklich sagen das es an der Einstellung lag. Meine Trainer haben alles gegeben und mich so optimal auf die Hallensaison eingestellt. Vom Kopf her war ich aber von Anfang an nicht voll da. Nicht so wie sonst, wo ich am liebsten den Startblock durch den Tartan gedrückt hätte. Und das war letztlich auch der Grund, warum ich den nächsten Schritt diesen Winter nicht realisieren konnte.

Letztlich habe ich Bronze geholt und das ist das was zählt. ich bin ehr dankbar für die Unterstützung, die ich von allen Seiten erfahren durfte. Ohne diese Unterstützung hätte ich wohl viel eher das Handtuch geworfen.

Her gerade bei den Deutschen Meisterschaften hat einfach etwas gefehlt. Das Feuer, die Lust, der Ehrgeiz, die Passion. Ich glaube nicht das das Feuer aus ist. Aber ich glaube, dass sich bei mir etwas ändern muss in meinem Leben, dass ich dieses wieder aufleuchten lassen kann. Es spielten in den letzten Monaten auch öfter die Gedanken über "aufhören" eine Rolle. Ich war völlig am Ende meiner Kraft und Motivation. Und ich stellte mir die Frage "Was bist du ohne den Sport, ohne das was dich die letzten 15 Jahre ausgemacht hat, wert?". Was bist du als Mensch wert? Bist du zufrieden mit dir? Wenn du in den Spiegel schaust, was siehst du? Wenn keiner um dich herum steht und niemand deine Hand hält, wofür stehst du dann und bist du in der Lage dich selbst zu lieben? Die Antwort fiel mir schwer, denn meine Stimmung und mein Selbstmitleid haben das Bild von mir oft nachhaltig gestört. Ich versuchte es vielen Menschen recht zu machen und entfernte mich eigentlich immer mehr von dem, was ich an mir selbst mag. Es war zu einem Großteil sehr egoistisch gedacht, denn auch wenn ich es diesen Menschen eigentlich recht machen wollte, so konnte ich ihnen nicht ehrlich gegenübertreten.

Wie auch immer. Es ist so oft im Leben, dass man erst das wichtigste verlieren muss um zu realisieren, was man eigentlich gerade macht oder falsch. Und es gibt manche Momente, die genau das unterstreichen und die dir am liebsten sagen oder zurufen wollen wie wertvoll jeder Moment in unserem Leben ist. So geschehen gestern hier in Hamburg. Wir kamen gerade von ein paar Bergläufen und wollten zurück zu unseren Autos und mussten ein Strasse überqueren. Als wir ca. 5 Meter von dem Zebrastreifen entfernt waren, kam uns eine Joggern mit Musik auf den Ohren entgegengelaufen. Sie lief über den Zebrastreifen direkt uns entgegen, als wir noch gegenüber standen. Dann kam auf einmal ein Auto von der rechten mit geschätzten 60 kmh angefahren und wir hörten nur die Reifen quietschen ca. 5 Meter vor dem Zebrastreifen. Auf jeden fall zu wenig um noch zum stehen zu kommen. Die Joggerin sprang noch nach vorn und konnte so um Haaresbreite von der Motorhaube springen. Wir blickten quasi direkt auf das Geschehen und es war ein absoluter Zeitlupenmoment. Ein Moment in dem quasi alles still steht. Das Leben der Joggerin hätte sich innerhalb von einer Millisekunde dramatisch ändern oder es hätte sogar enden können. Das war ein Moment, der mich die nächsten Stunden nicht losgelassen hat. Und ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke.

Das Leben ist kostbar, es ist ein Geschenk. Ich habe keine Lust mehr auf die Wolken über meinen Kopf, ich will mehr Sonne. Ich will für mein Umfeld und vor allem für mich genau der sein den es verdient. Und zu diesem Typ gehören halt auch tiefschürfende emotionale Texte mit Rechtschreibfehlern, weil er keinen Bock hat sich den Text nochmal durchzulesen. Irgendwie lieb ich das an mir.  Ab jetzt bin ich pur , ab jetzt bin ich wieder ich.

Never stop moving forward!

Mittwoch, 5. Februar 2014

Eine Liebeserklärung an die Kreativität!

Es gibt so viele Videos im Internet. Und es gibt so viele so schlechte und unnütze. Heute bin ich über etwas gestoßen, dass mich wirklich berührt und bewegt hat. Für mich ist es eine Liebeserklärung an die Kreativität. Es beschreibt in so passenden Worten, warum es so wichtig ist nie aufzuhören etwas neues zu schaffen, neue Wege zu gehen und unsere Zeit zu prägen. Es passt zu jeder Situation, egal ob Handwerker oder Sportler in Sotchi. Jeder der etwas erschafft und eine Vision umsetzt, setzt sich sein eigenes Denkmal und macht so unser Leben lebenswert.

Hier der Text aus dem Video:

There is a light that never goes out. It dwells deep inside us, giving us motivation and shaping our path.
That light is the flicker of creation.
The spark of an idea.
The outline of a design.
It is the desire that stokes our passions and makes us strive to go further.
This internal fire feeds our dreams and puts a glint in our eye.
It is the energy that ignites our creativity.
It tills the land.
It shapes and gives life to the medium being crafted.
Every creation is imbued with the being that created it, as if the medium is breathing in the spirit of the craftsman.
Isn't that the most beautiful way of leaving a trace of our existence, of our time on this earth?
To create is the only way to traverse time, to wander through the ages.
It is the only way to become immortal, to be infinite.
If this light goes out, we die.





Never stop moving forward!

Samstag, 28. Dezember 2013

2013/14

Long time no seeeeeeeee... ;). Aber jetzt fühlte es sich richtig an, einfach mal wieder etwas in die Tasten zu hauen. Viel hat sich in den letzten Wochen und Monaten getan und ich werde mal versuchen in nicht all zu langen Sätzen das alles mal zu verpacken. Ausserdem ist es so kurz vor dem Jahreswechsel auch für mich mal an der Zeit, das letzte Jahr revue passieren zu lassen und einen Ausblick auf 2014 zu wagen.

Das Jahr 2013 war aus sportlicher Sicht natürlich nicht nach meinem Geschmack. Das gipfelte darin, dass ich krankheitsbedingt bei den Deutschen Meisterschaften im Vorlauf rausflog. Was dann folgte war natürlich abzusehen. Einen gerade erst gewonnen Sponsor haben meine Freundin und ich nach nur einem knappen Jahr gleich wieder verloren, Nike hat die Zusammenarbeit eingestellt und mein HSV musste seine Zuwendungen ebenfalls nach unten korrigieren. Ganz schnell war dann klar, dass es ganz schwierig werden würde den Sport weiterzubetreiben. Auf jeden Fall war klar, dass ich mein Pendeln nach Mannheim einstellen musste, denn finanziell war das einfach nicht mehr machbar. Auf diesem Weg will ich mich bei Rüdiger und der ganzen MTG und dem OSP Rhein-Neckar bedanken. ich habe SO viel Unterstützung erfahren für die ich unendlich dankbar bin. Ich hoffe ich konnte dem genügend Ausdruck verleihen. Auch wenn das Jahr nicht so lief wie ich es wollte, so werde ich die Erfahrungen und vielen netten Menschen mit mir tragen!

Dann war klar, dass wenn ich den Sport weitermachen wollte, ich mich wieder neu aufstellen musste. Schnell kam die Idee bei Wolfgang Strietzel zu trainieren, der u.a. Paul Dittmer über Jahre in der Deutschen Spitze trainiert hatte. Schnell konnte ich mit ihm reden und wir einigten uns auf eine Zusammenarbeit. Leider ist quasi zeitgleich Paul nach England zwecks Studium abgedampft, sodass der erhoffte Trainingspartner erstmal nicht da ist. Um die Trainingspläne abseits des Techniktraining kümmert sich mein Bundestrainer Jan May. Dafür bin ich sehr dankbar, da er mich eigentlich nie sieht und wir deshalb nur über Telefon bzw. Whatsapp kommunizieren. So hat sich doch ein funktionierendes System gebildet in dem ich nun schon seit mehr als 3 Monaten trainiere. Bis jetzt konnte ich alles trainieren und ich denke ich bin auf einem guten Weg zu meinem ersten Start am 11. Januar in Bremen. Dort werde ich noch nicht die Hürden laufen, sondern einmal über die 60m flach an den Start gehen. Das wird spannend!

Es ist natürlich so, dass durch das ganze Hick Hack, gerade im Bezug auf meine finanzielle Situation, sich meine Sichtweise auf den Sport geändert hat. In erster Linie dahingehend, dass ich nicht mehr bereit bin Kompromisse einzugehen, die auf Kosten meines Spaßes gehen. Und zwar dem Spaß am Sport. ich habe in der Vergangenheit viel zu oft den Spaß am Sport verloren gehabt. Damit geht aber eben auch die Leichtigkeit und Lockerheit flöten und alles wird nur noch zu einem Job und einem "Ich MUSS das jetzt schaffen". Wenn du nur so an den Start gehst, dann bist du irgendwann alle und am Ende deiner Kräfte, denn deine Glücksgefühle bleiben auf der Strecke.

Der zweite Punkt, der sich geändert hat, ist die Sicht auf meinen Sport und auf meine persönliche Situation. Ich bin im November 28 Jahre alt geworden, ein gutes Alter! Aber natürlich ist es so, dass sich meine Sicht auf viele Dinge einfach etwas geändert hat. Vor der WM in Berlin 2009, mit 23 Jahren, hatte ich einen ganz anderen Blick auf die Dinge. Ich war aggressiv und unbeschwert, weil ich im Zweifel nur an mich selbst denken musste. Heute ist das einfach anders. Es werden andere Dinge immer wichtiger. Die Ausbildung und die Perspektiven auf einen Job spielen eine immer wichtigere Rolle. Es gibt viele menschen, die mir sagen "Geh wieder etwas unbeschwerter an die Sache heran, so wie früher!". Ich bin kein Fan davon einem Gefühl oder einer Einstellung hinterherzujagen, denn letztlich werden wir alle Älter, Perspektiven ändern sich, und so muss man auch seine Motivation und seinen Typ an die Situation anpassen. Das heisst nicht, dass ich nicht mehr unbeschwert den Sport machen kann (Das wollte ich im ersten Punkt ja gerade wieder erreichen), aber eben nicht mehr so wie z.B. in 2009. Und zwar einfach aus dem Punkt, weil ich der Mensch der ich 2009 war einfach nicht mehr bin. Ich kann keinen Momenten, Eigenschaften oder Leitlinien aus der Vergangenheit hinterherlaufen und gleichzeitig versuchen in der Zukunft noch erfolgreicher zu sein. Die Fakten sprechen eine recht deutliche Sprache. Im Moment verdiene ich durch den Sport weniger als Hartz 4. Das ist jetzt kein rumgeheule, das ist ein Fakt. Deswegen musste ich in den letzten Wochen und Monaten anfangen arbeiten zu gehen. Natürlich ist es eine Belastung neben dem Sport und der UNI noch zu arbeiten, aber ich bin nicht mehr bereit darauf Rücksicht zu nehmen. Und wer weiß vielleicht gibt mir das genau den Abstand um wieder zum Spaß und der Lockerheit zurückzufinden, die ich brauche um schnell zu laufen!

Was nehme ich mit ins Jahr 2014 für meinen Sport. Ich habe Lust darauf befreit anzugreifen. Letztlich war schon immer mein größter Pluspunkt und mein größter Minuspunkt meine Harakiri-Einstellung. Wenn ich es schaffe eine Art "Kontrolliertes-Harakiri" zu schaffen, dann könnte ihr bestimmt euch auf etwas freuen!;)

So oder so habe ich mir aber ganz fest vorgenommen in 2014 mit dem was ich Liebe Geld zu verdienen. Und das muss nicht nur der Sport sein. Bleibt gespannt und folgt mir hier und auf Facebook für weitere Infos.

Ein weiteres Thema hat mich in den letzten Wochen und Monaten beschäftigt. Und zwar geht es wiedermal um die finanzielle Ausstattung der Deutschen Leichtathleten, aber ich denke nicht der Leichtathleten sondern vielmehr allen Sportlern aus Olympischen Sportarten. Sven Knipphals, ein deutscher Sprinter aus Wolfsburg jetzt Leipzig, hat sich an die Öffentlichkeit gewendet und über seine Fanpage ein Statement über die mangelnde Unterstützung gerade der Ausrüster (Nike, Adidas,...) beklagt. Hier könnt ihr den Beitrag nachlesen unter "Willkommen im Amateuersport" :

https://www.facebook.com/pages/Sven-Knipphals/323480894344718?fref=ts

Sven war teil der 4mal100m Staffel der Deutschen Mannschaft bei der WM in Moskau. Also man kann nicht sagen, dass er nix kann ;). Auch ich habe mir natürlich nach diesem Posting ein paar Gedanken gemacht, wie es weitergehen kann oder was Auslöser dieses "Zustandes" in Deutschland sind. Zu seinem Posting wurde in den knapp 1000 Kommentaren kontrovers diskutiert. Ich bin BWLer und bin daher interessiert an beiden Seiten, den Sportlern und der Wirtschaft. So etwas wie "Good will" gibt es in der Wirtschaft nicht. Auch wenn es vielleicht jemanden im Unternehmen gibt, der dich super findet, zumeist muss er sich seinem Vorgesetzten rechtfertigen und sehr oft ist es, dass dann dort knallhart kalkuliert wird. Und an dem Punkt haben wir Sportler zur Zeit einfach nicht viel zu bieten. Wir haben kaum Fernsehpräsenz, relativ wenig überregionale Präsenz in den Printmedien und auch als Testimonials sind wir schwer zu platzieren für so eine große Marke. Also wo wird überhaupt ein Cent für uns gerechtfertigt? Gerade lokale Bekanntheit könnte ein Schlüssel sein. Aber ist es da nicht vielleicht genau so effizient den lokalen verein zu unterstützen?. Klamotten kosten fast nichts und so wird es fast günstiger für den Ausrüster. Auch so kann er seine "soziale Verantwortung" nach aussen kommunizieren und kommt am Ende dabei auch noch fast günstiger weg. In Sven´s Beitrag hatte er die Forderung von 6000 Euro an die Ausrüster als Beispiel genommen. Ich kann nur aus meiner Sicht schreiben, dass selbst nach dem meinem Halbfinale bei der Heim WM in Berlin und einer relativ hohen Präsenz, ich relativ deutlich unterhalb dieser Marke lag bei meinem neuen Vertrag mit Adidas. Natürlich kann man jetzt wieder diskutieren, dass die Leichtathletik sich verändern muss, raus aus den Stadien und in die Innenstädte. Aber ist es wirklich DAS? Ist DAS die Antwort? Ich bin der Meinung, dass die Leichtathletik immer im Stadion passieren wird. Klar die City-Events sind super und sollten auch etabliert werden, aber der Fokus sollte immer im Stadion liegen. DAS IST LEICHTAHLETIK!
Aber wo liegt dann der Schlüssel um den Sportlern und dem Sport zu helfen? Wie können wir es schaffen, dass die 6000Euro von Sven absolut angemessen oder noch zu wenig sind. Das ist doch der Punkt an den wir ran müssen. Wir können nicht auf staatliche Zuwendungen hoffen, sondern es muss sich vielmehr im Umfeld etwas tun. Letztlich ist es bei Sven und bei allen Sportlern knapp hinter der ersten Reihe so, dass sie versuchen mit Amateurstrukturen Profisport zu betreiben und sich dann noch mit anderen voll-professionellen Systemen zu messen. Letztlich sind Adidas und Nike vollprofessionelle Systeme. Es reicht nicht aus, wenn wir versuchen uns mit einer Bewerbungsmappe dort vorzustellen. Es MUSS dort einen Standart geben für alle Athleten aus der Nationalmannschaft. Leider ist es heute so, dass das Selbst-Marketing oder die Selbstvermarktung immer mehr im Vordergrund steht. Da darf die eigentliche Leistung auch gerne mal hinten an stehen. Sven und andere Sportler haben einfach das Problem, dass es immer jemanden gibt, der die Preise kaputt macht. So lange jemand mit vergleichbaren Niveau auf dem Markt ist, der die Hälfte oder noch weniger verlangt, dann wird Adidas immer zum günstigeren gehen. Und das ist ein Grund dafür warum ich sage, dass die Organisation der Athleten einfach viel zu Amateurhaft betrieben wird. Eine Konsequenz könnte sein, dass alle Mitglieder der Nationalmannschaft, denen kein Geld geboten wird mit dem Vertrag, in "No-Name" Trikots an den Start gehen und einen Vertrag ablehnen. Ich bin auch der Meinung wie Sven, dass etwas passieren muss. Aber ich denke dass es gerade in der Leichtathletik nur möglich ist, wenn die Athleten im Kollektiv arbeiten und so ein Zeichen setzen und das Thema im Gespräch halten.

Und dann kommt noch ein weiterer Punkt hinzu, welcher essentiell wäre für die Vermarktung der Athleten. Hier in Hamburg gibt es das "Team Hamburg", dem auch ich lange angehörte. Dort werden Sportler aus allen Olympischen und Paralympischen Sportarten gefördert. In den letzten Wochen wurde  bekanntgegeben, dass das Team in Zukunft von der größten deutschen Sportrechte Agentur "Sportfive" vermarktet wird. Diese Entwicklung ist ein Meilenstein für das Team und für die Sportstadt Hamburg. Denn durch diese professionellen Strukturen kann es geschafft werden, dass der Marktwert der Athleten nachhaltig gesteigert wird. Und so werden Athleten wie Sven es vielleicht schaffen die Darstellung der eigenen Leistung weiter zu professionalisieren und sich so attraktiver für Unternehmen zu machen.

Genau DAS ist der Weg der gegangen werden muss. Es wird mit Sicherheit nicht von heute auf morgen alles besser werden, aber ich bin froh zu sehen das Hamburg den ersten Schritt macht! Wir sind Hamburg, wir können das! ;)

Ich hoffe ich konnte ein paar ehrliche Eindrücke vermitteln. Ich hoffe die Gedanken sind nicht zu wirr. Ihr könnt euch sicher sein, dass das nur die Spitze des Eisberges von meinen Gedanken und den geschichten ist, die ich noch im Petto habe. ;)

Zum Schluss gehen wir mal mit Schwung in das neue Jahr. Heute mit einem Song, der Live noch deutlich besser ist als in der Studioversion. Enjoy!



Ich bin kein Schwarzmaler. ich glaube fest daran, dass was machbar ist im Sportsystem in Deutschland. Robert macht es durch die Sport-Lotterie vor. Lasst uns doch versuchen an anderen Stellschrauben mitzuhelfen, dass es insgesamt für den deutschen Sport und den deutschen Sportler bergauf geht!

Never stop moving forward!

P.S. Es sind bestimmt ein paar Rechtschreibfehler im Text, aber bitte nehmt es mit nicht übel, wenn ich den Text nicht nochmal durchlese ;P. Jeder der einen Fehler findet darf ihn gerne behalten :).

Mittwoch, 14. August 2013

Denkansätze

Zu meinem erschrecken musste ich feststellen, dass heute Abend keine Wettbewerbe in Moskau stattfinden werden.;) Das gibt allerdings nochmal etwas Zeit über meinen ersten Blogeintrag

http://helgeschwarzer110m.blogspot.de/2013/08/doping-doping-doping-teil-2.html

noch einmal nachzudenken.

In diesem Eintrag habe ich hauptsächlich kritisiert und gefordert. Vielleicht kann ich auch ein paar Denkansätze liefern, wie man ein paar gelieferten Kritikpunkten entgegentreten kann.

Bei allem was ich geschrieben habe fehlte mir eine klare Position der Athleten. Vor allem ein klarer Repräsentant der Athleten. Es gibt natürlich einen Athletensprecher der deutschen Leichtathleten, welcher aber nicht vor Ort ist. Dies kann man aber auch nicht verlangen, da dies eine "ehrenamtliche" Aufgabe ist, welche oft neben dem Beruf oder der eigenen Karriere ausgeübt wird.

Wie wäre es diese Position deutlich aufzuwerten?! Wie wäre es daraus eine feste Stelle zu schaffen, welche möglichst unabhängig finanziert wird. Genau dann hätten endlich die Athleten auch das Sprachrohr in der Öffentlichkeit, damit genau wie ein "Doping Experte" zu Wort kommt und wahnwitzige Prozentzahlen in den Raum stellt, eben auch die Athletenseite dargestellt werden kann, von jemandem der sich ebenso in den "Studien"-stoff einlesen kann und vor allem die Athletenmeinungen und Sorgen kennt. Darüberhinaus kann dieser Athletenvertreter auch für die Vernetzung über Ländergrenzen hinweg sorgen um beispielsweise eine größere Lobby FÜR eine Ausweitung von gleichen Doping-Kontrollumfängen z.b. in karibischen Ländern voranzutreiben. Dies bedeutet natürlich auch eine intensive Diskussion mit Athletenvertretern anderer Länder und eine gemeinsame Position gegenüber der IAAF... (ist natürlich eine Mammutaufgabe, welche aber bestimmt auch stark durch eine Reaktion von INNEN beeinflusst werden könnte!).

Natürlich melden sich einige Sportler zu Wort allen voran Robert Harting. Das ist auch absolut richtig, aber es gibt genau so viele Athleten, die dazu keine Lust haben. Deren Stimme sollte ebenfalls gehört und transportiert werden. Ausserdem ist es auch bestimmt nicht Leistungsfördernd oder im Sinne des Leistungssport, wenn man unten an der Bande in einem 2 Minuten Interview noch schnell ein paar kritische Worte oder ein Statement loslässt. Im Grunde sollte gerade bei einer WM der Fokus der Athleten auf der sportlichen Leistung liegen. Das ist ihr Job.

Auch wenn wir uns mal von der Dopingdiskussion lösen gibt es einige Bereiche, in denen die Athletenseite stärker repräsentiert werden sollte. Über Jahre hinweg musste man beobachten wie immer mehr finanzielle Mittel aus der Leichtathletik gezogen wurden. Immer weniger Sponsoren, Ausrüster, Vereine,... waren oder sind bereit die Athleten zu unterstützen. Auch hier haben die Athleten, die ja den Kern der Leichtathletik bilden, eine absolut passive Rolle. Man musste und muss es hinnehmen. Hier könnte aktive Lobbyarbeit und auch das Schaffen einer positiveren öffentlichen Wahrnehmung von Topleistungen zu einer Umkehrung des Trends führen. Das ist natürlich mit einem haufen Arbeit verbunden, aber ich denke es wäre ein Signal in die richtige Richtung.

Ich könnte noch weiterschreiben, aber ich denke, dies ist Anstoß genug und ich bin gespannt was eure Meinung dazu ist. Ich glaube wir sollten uns auch mal wagen nach oben zu schauen und den "professionelleren" Sportarten (Amerikanischer Sport (NBA,NFL,...), Fussball, Formel 1, Tennis,...) nachzueifern.

Wir erreichen gerade ein herausragendes Ergebnis bei der WM in Moskau, wo wir jeden Tag höchstprofessionelle Ergebnisse von unseren Athleten erwarten. Genau diese Protagonisten sollten so professionell wie ihre Leistungen auch nach außen vertreten werden. Es sollte an der Zeit sein, dass die Leichtathletik als olympische Kernsportart voran geht und einen Wandel in Deutschland, vielleicht auch in anderen Sportarten, mit einleitet. Fühlt der Athlet sich gehört, gut vertreten und verstanden so kommt am Ende immer ein Mehrwert an Leistung heraus und so eben auch für die Verbände.

Never stop moving forward!

Sonntag, 11. August 2013

Doping , Doping, Doping Teil 2

So nun konnte ich mich doch nicht zurückhalten und muss nun doch nochmal einen kurzen Post zu den "Doping" Geschichten der letzten Tage und Wochen schreiben.

Grundlegend will ich klarstellen, dass ich jegliche Form von Doping verachte und auf das tiefste ablehne.

Ich kann aber nicht mehr einfach ansehen, wie unser Sport zu einem Zirkus verkommt, in dem die Athleten, die sich ihr Leben lang auf Meisterschaften vorbereiten, permanent für starke Leistungen rechtfertigen müssen.

Wie jetzt rauskommt ist die Deutsche VERGANGENHEIT sehr stark durch systematisches Doping geprägt worden. Das ist ein Fakt und eigentlich ist nur die Frage, wie man souverän mit dieser Sache umgeht, um die aktuellen Athleten nicht unter Generalverdacht zu stellen und zu schützen. Souverän ist bestimmt nicht Namen zu verheimlichen, sich wage zu äußern und sich äußerst bedeckt zu geben. Ich bin der Meinung, wir brauchen jemanden, der öffentlich ein Machtwort spricht. Der ehrlich und offen die Vergangenheit behandelt und sich im gleichen Atemzug vor unsere heutigen Athleten stellt und klarmacht, dass diese mit den damaligen Machenschaften nichts zu tun haben. Ich würde mich freuen, wenn endlich jemand mal den Mut hat auch unangenehme Wahrheiten einmal auszusprechen.

Nun kommt in der heutigen Berichterstattung dazu, dass natürlich extrem auf die derzeitigen positiven Doping-Ergebnisse eingegangen wird. Das ist klar und verständlich und muss AUCH passieren. Aber es ist nicht im Sinne des Sports und einem Umgang mit der Dopingproblematik, wenn in jedem zweiten Satz jede überdurchschnittliche Leistung angezweifelt wird. Dann wird jede freie Minute genutzt, um sogenannte Experten zu Rate zu ziehen. Auch hier ist nichts falsches daran, aber wenn diese von Studien berichten, die von 25-50 Prozent der Deutschen Topsportler sprechen, die unerlaubt "nachhelfen" würden, dann platzt mir fast der Kragen. Auch wenn meine Freundin Nadja und ich in diesem Jahr nicht zur Nationalmannschaft gehören, kann man ja bei 50 Prozent nun davon ausgehen, dass mindestens einer von uns beiden bei WM oder EM gedopt an den Start gegangen ist. Solche Aussagen sind absolut lächerlich und haltlos.

Die Medien funktionieren für den "normalen" Fernsehzuschauer als absolute Meinungsbilder. Am Ende bleibt bei den Menschen eben einfach nur "50 Prozent" hängen. Natürlich fragen sie nicht nach der wirklichen Glaubwürdigkeit dieser Studien. Und daraus entsteht dann eine Stimmung. So gesehen gestern nach dem ersten Tag der Zehnkämpfer, als diverse Menschen den Erfolg der deutschen Zehnkämpfer mit Doping erklärten oder auf jeden Fall das "Sauberimage" klar in Frage stellten. Ich kann natürlich für keinen Athleten die Hand ins Feuer legen, aber DAS soll jetzt unsere Freude am Sport sein? Auf der einen Seite auf die Sportler einhauen, wenn sie die Topleistung beim Höhepunkt nicht bringen und auf der anderen Seite (auch von den Fernsehmoderatoren aus) bei einer Topleistung zum Saisonhöhepunkt diese sofort in Frage stellen.

Da lernt man als Athlet ja nur, dass so oder so man am Ende wie der Depp aus der Wäsche guckt. Und die sagenumwobene Unschuldsvermutung und damit verbunden auch die Freude an genialen Leistungen verkommt immer mehr zur Farce, wenn damit eigentlich gemeint ist "Na ja Leute ihr wisst ja selber wie es läuft!". Und das beziehe ich nicht nur auf Jamaikanische Sprinter, das wurde auch schon in Verbindung mit deutschen Athleten geäußert.

Ich liebe Sport und liebe die Leichtathletik. Das bedeutet nicht, dass ich blind bin. Aber es bedeutet vor allen Dingen, dass ich Wettkämpfe wie den Zehnkampf in Moskau genieße, wenn nach einer langen Leidenszeit ein Athlet alle Verletzungen und Selbstzweifel besiegt und einen mehr als grandiosen Wettkampf abliefert. Bravo Michael Schrader!

Und wir alle sollten uns Fragen, ob es in Ordnung ist, so eine Leistung nach so einer schwierigen Zeit sofort unter Generalverdacht zu stellen. Da sollte unsere Sensationsgier vielleicht ein wenig der puren Freude und dem Nationalstolz hinten anstehen, denn ihr wisst ja: Ohne positive Probe gilt die Unschuldsvermutung!

Never stop moving forward!